Thema 1.2: Kurze Lebensmittel-Lieferketten (SFSCs)

Die Europäische Union definiert eine kurze Lieferkette als eine „Lieferkette, die eine begrenzte Anzahl von Wirtschaftsbeteiligten umfasst, die sich zur Zusammenarbeit, zur lokalen wirtschaftlichen Entwicklung und zu engen geografischen und sozialen Beziehungen zwischen Produzent:innen, Verarbeiter:innen und Verbraucher:innen verpflichtet haben.”

Kurze Lebensmittel-Lieferketten (SFSCs) folgen ebenfalls dieser Struktur und betonen lokalisierte Interaktionen zwischen den Akteur:innen. Typischerweise beinhalten SFSCs eine begrenzte Anzahl von Beteiligten, die sich zur Zusammenarbeit und regionalen Entwicklung verpflichtet haben. Diese Ketten halten enge geografische und soziale Distanzen ein, die in der Regel 30 bis 100 Kilometer betragen, jedoch bis zu 160 Kilometer im Vereinigten Königreich, 250 Kilometer in Schweden und 644 Kilometer in den USA reichen können. Die Zeitspanne zwischen Produzent:innen, Verarbeiter:innen und Verbraucher:innen in SFSCs reicht von 5 Stunden bis zu einem Tag und fördert so ein unmittelbares und lokales Lebensmittelsystem.

Das Europäische Informationszentrum für Lebensmittel (EUFIC) nennt mehrere verschiedene Formen von SFSCs.

Die einfachste Form besteht im direkten Verkauf vom Landwirt bzw. von der Landwirtin an die Endverbraucher:innen (auf dem Hof, auf Bauernmärkten, über Internetlieferungen).

Andere Formen umfassen Liefersysteme mit Kisten, „Selbsterntegärten“ und die Solidarische Landwirtschaft (CSA), bei der Verbraucher:innen lokale Erzeuger:innen finanziell unterstützen, indem sie ein „Abonnement“ für frische Produkte einer bestimmten Anbausaison erwerben.

Die Hauptprodukte, die in SFSCs gehandelt werden, sind in der Regel frisches saisonales Obst und Gemüse, gefolgt von tierischen Produkten (hauptsächlich Fleisch, frisch und verarbeitet) sowie Milchprodukte und Getränke.

Beispiel einer kurzen Lebensmittel-Lieferkette (SFSC)

Ein Landwirt produziert Gemüse und verkauft es auf seinem Hof oder auf dem örtlichen Bauernmarkt.